Regulatorische Resilienz in der Fabrikautomation

CRA & NIS2 für vernetzte Produktionsumgebungen

Moderne Produktionsumgebungen basieren zunehmend auf vernetzten Steuerungs-, Kommunikations- und Automatisierungssystemen. Maschinen, Produktionslinien, Sensorik, industrielle Netzwerke und zentrale Leitsysteme bilden hochintegrierte OT-Infrastrukturen, die kontinuierlich Daten austauschen und Prozesse steuern.

Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) sowie der NIS2-Richtlinie steigen die Anforderungen an Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Risikomanagement deutlich. Während der CRA insbesondere Hersteller digitaler Produkte in die Verantwortung nimmt, adressiert NIS2 Betreiber kritischer oder wesentlicher Infrastrukturen.

Für Unternehmen der Fabrikautomation bedeutet das:
Cybersecurity wird zum festen Bestandteil der Produktentwicklung, Produktionsarchitektur und Betriebsorganisation.

Regulatorische Anforderungen betreffen Hersteller und Betreiber

Der Cyber Resilience Act richtet sich an Hersteller digitaler Produkte mit vernetzten Funktionen. Dazu gehören beispielsweise industrielle Steuerungen, Automatisierungskomponenten, Gateways oder Maschinen mit digitalen Schnittstellen.

Hersteller müssen künftig nachweisen, dass ihre Produkte grundlegende Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem Security-by-Design, Schwachstellenmanagement sowie die Fähigkeit, Sicherheitsupdates über den gesamten Produktlebenszyklus bereitzustellen.

Parallel dazu betrifft die NIS2-Richtlinie Betreiber wesentlicher Einrichtungen, die ihre Produktions- und IT/OT-Infrastrukturen gegen Cyberrisiken absichern und Sicherheitsvorfälle melden müssen.

Damit entstehen neue Anforderungen an Architektur, Dokumentation und Betrieb industrieller Netzwerke.


Wen betreffen CRA und NIS2 konkret?

Betroffen sind insbesondere Hersteller und Betreiber von:

  • vernetzten Produktionsanlagen und Fertigungslinien

  • industriellen Steuerungssystemen (PLC, SCADA)

  • IIoT-fähigen Maschinen und Automatisierungskomponenten

  • industriellen Gateways und Kommunikationsplattformen

  • Produktionsleitsystemen und Manufacturing Execution Systemen (MES)

  • standortübergreifenden OT-Netzwerken in Fertigungsumgebungen

Unternehmen müssen künftig nachweisen können, dass ihre Systeme gegen Cyberrisiken geschützt und Sicherheitsmaßnahmen strukturiert umgesetzt sind.

Vernetzte Produktionssysteme als Teil der digitalen Lieferkette

Fertigungsanlagen sind heute eng mit Unternehmensnetzwerken, Lieferketten und externen Servicepartnern verbunden. Remote-Zugänge, Condition Monitoring, Datenanalyse oder IIoT-Plattformen erweitern die klassischen Automatisierungsstrukturen erheblich.

Diese zunehmende Vernetzung erhöht gleichzeitig die Angriffsfläche.

Regulatorische Resilienz bedeutet daher, Produktionsnetze so zu gestalten, dass Sicherheitsrisiken erkannt, eingegrenzt und nachvollziehbar dokumentiert werden können – ohne die Verfügbarkeit und Stabilität industrieller Prozesse zu gefährden.


Technische Umsetzungsbausteine in Produktionsnetzwerken

Regulatorische Anforderungen wirken sich unmittelbar auf die Architektur industrieller Kommunikationsnetze aus. Produktionsumgebungen benötigen Sicherheitsstrukturen, die sowohl Stabilität als auch Transparenz gewährleisten.

Typische Bausteine sind:

  • klare Trennung von IT- und OT-Netzen

  • segmentierte Netzbereiche für Produktionslinien

  • kontrollierte Fernwartungszugänge

  • kontinuierliches Monitoring industrieller Kommunikationsprotokolle

  • nachvollziehbare Konfigurations- und Änderungsprozesse

  • strukturierte Schwachstellen- und Updateprozesse

Diese Maßnahmen schaffen die Grundlage für sichere und auditierbare Produktionsinfrastrukturen.


Unsere Technologiepartner für sichere Produktionsnetzwerke

Für die Umsetzung regulatorischer Anforderungen in der Fabrikautomation setzen wir auf industrielle Netzwerk- und Sicherheitslösungen führender Hersteller. Ziel ist eine Architektur, die Transparenz, Zugriffskontrolle und stabile industrielle Kommunikation miteinander verbindet.

OT-Transparenz und Anomalieerkennung

Rhebo

Branchensituation:
In modernen Produktionsumgebungen kommunizieren Maschinen, Steuerungen und Sensorik kontinuierlich über industrielle Netzwerke.

Risiko:
Ohne Transparenz über diese Kommunikationsstrukturen können ungewöhnliche Aktivitäten oder Manipulationsversuche lange unentdeckt bleiben.

Lösung:
Durch kontinuierliche Analyse industrieller Protokolle lassen sich Anomalien im Produktionsnetzwerk frühzeitig erkennen und sicherheitsrelevante Ereignisse dokumentieren.

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Netzwerksegmentierung und Zugriffskontrolle

Belden / Hirschmann
macmon NAC

Branchensituation:
Produktionsnetze verbinden Maschinensteuerungen, Produktionslinien und IT-Systeme.

Risiko:
Ohne klare Segmentierung können Sicherheitsprobleme sich schnell über mehrere Produktionsbereiche ausbreiten.

Lösung:
Industrielle Netzwerkinfrastrukturen in Kombination mit Network Access Control ermöglichen eine strukturierte Trennung von Produktionslinien, Steuerungen und IT-Systemen.

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Proaktive Angriffserkennung

SecXtreme – Honeypot

Branchensituation:
IVernetzte Produktionssysteme sind zunehmend mit externen Plattformen und Servicezugängen verbunden.

Risiko:
Angreifer versuchen häufig zunächst, Netzwerkstrukturen zu analysieren und erreichbare Systeme zu identifizieren.

Lösung:
Honeypot-Technologien erkennen solche Aktivitäten frühzeitig und ermöglichen eine zusätzliche Sicherheitsebene zur Identifikation potenzieller Bedrohungen.

>> Mehr über proaktive Angriffserkennung erfahren

Unser Ansatz

Regulatorische Anforderungen lassen sich in Produktionsumgebungen nicht mit isolierten Sicherheitsmaßnahmen erfüllen. Entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung von Architektur, Betrieb und organisatorischen Prozessen.

Wir analysieren Ihre bestehende OT-Infrastruktur, identifizieren potenzielle Risiken und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Sicherheitsarchitektur, die regulatorische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig die Stabilität Ihrer Produktionsprozesse gewährleistet.

CRA- und NIS2-Readiness für Produktionsumgebungen prüfen

Sie möchten wissen, welche regulatorischen Anforderungen für Ihre Produktionsumgebung gelten und wie Ihre aktuelle OT-Architektur einzuordnen ist?

Unsere Experten unterstützen Sie bei der strukturierten Bewertung Ihrer Infrastruktur und der Entwicklung einer langfristig tragfähigen Sicherheitsstrategie.

Ihr Kontakt:

Industrievertrieb | Network Competence Center

Tel.: +49 5971 96176-43

E-Mail: vertrieb.industrie@yello-net.de